Laufen mit Heuschnupfen?

Brennende Augen, Juckreiz und lästiges Niesen: Wer unter Heuschnupfen leidet, hat es ohnehin im Frühjahr nicht leicht. Für viele Läufer unter den Leidensgenossen ist es daher undenkbar, das normale Lauftraining in Hoch-Zeiten des Pollenflugs durchzuziehen. Dabei müssen sich Training und Allergie gar nicht ausschließen! Damit sich die Frustration um den fiesen Schnupfen nicht zu einer Trainings-Allergie entwickelt, haben wir im folgenden Post zusammengefasst, was speziell für Läufer mit Heuschnupfen von Bedeutung ist und wie das Training auch im schlimmsten Pollengewitter funktionieren kann.

Pollen – des Läufers Leid!

Für uns Läufer ist es das Größte: Laufen an der frischen Luft! Früh morgens zum Sonnenaufgang, im Urlaub am Strand, nach einem langen Arbeitstag in den Feierabend hinein. Für allergiegeplagte Läufer wird der Lauf im Freien aber besonders im Frühjahr schnell zur Qual. Aufgrund der erhöhten körperlichen Belastung atmen Läufer deutlich tiefer und häufiger ein, wodurch sie der Pollen-belastung besonders stark ausgesetzt sind. Während bei Birkenpollenallergikern die Pollenflugphase nur auf wenige Wochen beschränkt ist, leidet ein Läufer mit Gräserpollenallergie nahezu das ganze Frühjahr über. Das heißt aber noch lange nicht, dass man in der Freiluft-Saison die Füße stillhalten muss!

Training trotz Allergie - so geht´s!

Für alle Laufbegeisterten unter uns, die gerne draußen an der frischen Luft ihre Runden drehen, ist erst einmal ein Umdenken erforderlich: In der akuten Phase sollten 1) Feldwege, Parks und Wälder besser gemieden und auf eine Alternativroute ausgewichen werden. Wie wäre es mit einem lockeren Lauf durch die Innenstadt? Daneben sollte während des Laufens 2) immer versucht werden, durch die Nase einzuatmen – dadurch wird die Luft angewärmt und befeuchtet, wodurch insgesamt weniger Pollen in die Lunge eindringen. Unser 3) Tipp lautet: Trainingszeiten anpassen! In ländlicheren Regionen ist die Pollenbelastung nachweislich am Abend am geringsten. In der Stadt läuft und atmet es sich hingegen morgens am besten. Wer dann 4) noch den Regenschauer durchziehen lässt und unmittelbar danach die Laufschuhe bindet, der kann deutlich weniger belastete Luft einatmen und vielleicht komplett störfrei trainieren. Wer nicht erst den Wetter- und Pollenbericht studieren und nur zu bestimmten Zeiten trainieren möchte, der kann natürlich auch versuchen die Allergie 5) mithilfe von Arzneimitteln in den Griff zu bekommen. Leider sind viele Allergiestopper allerdings ziemliche Motivationskiller, indem sie müde machen und sich mitunter negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken können. Zudem sollte man in Phasen, in denen man Medikamente einnimmt, eine sportliche Belastung immer vorher mit dem Arzt besprechen! Unser Tipp lautet daher: Ruhig erstmal die konventionellen Möglichkeiten austesten und dabei immer auf den eigenen Körper hören!

Auch nach dem Training pollenfrei!

Die Dusche nach dem Training gehört für viele Läufer schon zur Belohnung und läutet den gemütlichen Erholungspart ein. Als Allergiker ist die Dusche danach auch in Hinblick auf die Beschwerden nicht unwesentlich, da sie Pollen aus den Haaren und von der Haut spült. In der akuten Phase kann zudem auch eine Nasendusche Linderung verschaffen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die getragene Kleidung! Diese sollte direkt nach dem Lauf in die Wäsche wandern und nicht offen in der Wohnung liegen, wo sich die Pollen weiterverbreiten und die Regeneration nach dem Training beeinflussen können.

Wettkampf - Ja oder Nein?

Aber sicher! Auch Pollenallergiker können an den Laufveranstaltungen im Frühjahr teilnehmen. Wer seine Allergie medikamentös in Schach hält, der sollte aber schon in der Wettkampfvorbereitung einen Arzt aufsuchen und in die Vorbereitung einbeziehen. Die richtige Dosierung der Medikamente ist aber nicht nur Arztsache, sondern auch eine Frage der Erfahrung. Denn auch hier gilt es auf den Körper zu hören und einen Wettkampf im Zweifel abzubrechen, wenn die Luft zu knapp und die Anstrengung dadurch zu groß wird!