MANN UND FRAU ALS LAUFPARTNER?

Im Leben gibt es bekanntlich viele Unterschiede zwischen Mann und Frau – sei es das Aussehen, Hobbies, die Ansichten oder Vorstellungen. Aber auch beim Sport und insbesondere beim Laufen gibt es grundlegende Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Manchmal zum Vorteil der Frauen, ein anderes Mal zum Vorteil der Männer. Aber schauen wir uns das Thema doch einmal genauer an. Hier kommen die spannendsten Unterschiede von Mann und Frau im Laufsport:

 

Unterschied Nr. 1: Statur

Der wahrscheinlich offensichtlichste Unterschied mit Einfluss auf die Lauf-Leistung ist ohne Zweifel der Körper, z.B. in Bezug auf die Statur, Fett- und Muskelanteil oder die Sauerstoffaufnahme. Frauen haben bekanntlich einen höheren Fettanteil – rund 10 % mehr –, was dazu führt, dass sie automatisch mehr Gewicht in Relation zur Muskelmasse mit sich tragen. Der geringere Anteil an Muskeln (25-30 % im Vergleich zu 40-50 % bei Männern) macht sie dafür beweglicher als Männer. Auf Grund der größeren Dehnbarkeit von Muskulatur und Bindegewebe neigen Frauen übrigens weniger zu Verletzungen als Männer. Weniger Muskelmasse bedeutet aber auch eine geringere (Schnell-) Kraft, weshalb Frauen von Grund auf mit weniger Grundschnelligkeit ausgestattet sind. Aus diesem Grund empfiehlt es sich gezielt Rumpf und Beine zu trainieren – ein positiver Nebeneffekt: Zusätzliche Muskelmasse verbrennt mehr Energie als Fettgewebe – also super für die Figur.

 

Unterschied Nr. 2: Puls

Kein Geheimnis ist, dass der Puls von Frauen höher ist, als der Puls von Männern. Aber woran liegt das? Frauen haben ein kleineres Herz mit geringerem Herzschlagvolumen, weshalb das Herz schneller schlagen muss. Im Endeffekt führt das zu einem leicht höheren Puls – im Grundlagenbereich circa 10 – 15 Schläge pro Minute. Mit einem größeren Blutvolumen pro Herzschlag erhöht sich auch gleichzeitig die maximale Sauerstoffaufnahme. Auch der Hämoglobin-Gehalt ist bei Männern höher als bei Frauen. Hämoglobin ist in den roten Blutkörperchen dafür verantwortlich, den Sauerstoff zu den Muskeln zu transportieren, was eine Leistungssteigerung zur Folge hat.

Interessant ist jedoch, dass Wissenschaftler herausgefunden haben, dass sich die Herzfrequenz der Frauen bei intensiverem Training der Frequenz der Männer angleicht. Frauen mit hohen Ambitionen wird daher empfohlen, eine individuelle Leistungsdiagnostik zu machen (Männern empfehlen wir das übrigens auch 😉).

 

Unterschied Nr. 3: Laufschuhe

Kurz vorweg, zur Bestimmung des richtigen Laufschuhs ist es immer wichtig eine Laufschuhanalyse von einem Experten machen zu lassen. Männer haben meist breitere Füße als Frauen und sind auch auf Grund ihrer Anatomie weniger beweglich als Frauen, die flexiblere Bänder haben. Beim Laufen sinkt das weibliche Becken, weshalb Frauen in der Regel etwas stabilere Schuhe benötigen. Wichtig ist hier, dass der Schuh nicht zu schwer ist, damit Frauen auch bei ihrem geringeren Körpergewicht und Lauftempo ordentlich Abrollen können.

 

Unterschied Nr. 4: Ernährung

Den größten Bedarf haben Läufer und ganz besonders Läuferinnen an Eisen. Umso wichtiger ist es, Eisen über die Nahrung aufzunehmen. Hier eignet sich hervorragend rotes Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte oder grünes Gemüse. Neben ausreichend Eisen, ist es für Läufer aber auch sehr wichtig auf eine ausgewogene Eiweißzufuhr zu achten, viel Obst und Gemüse zu essen und ganz besonders wichtig: viel trinken! Mind. 2-3 Liter Wasser solltest du am Tag zu dir nehmen.

 

Unterschied Nr. 5: Psychologie

Aber nicht nur physiologische Unterschiede machen sich beim Laufen bemerkbar. Auch in psychischen Aspekten lassen sich Frauen und Männer voneinander unterscheiden. Männer haben einen Hang zur Übertreibung und es kommt nicht selten vor, dass sie sich im Training übernehmen. Das kann übrigens mit dem Hormon Testosteron zusammenhängen. Frauen dagegen laufen viel gleichmäßiger und kommen daher oftmals mit weniger Problemen an ihr Ziel. Frauen laufen meist für ihre Gesundheit oder um an ihrer Figur zu arbeiten, Männer haben dagegen öfter den Wettkampf-Modus eingeschaltet. Wer kennt’s nicht?

 

 

Ein Punkt, der vor allem für ambitionierte Frauen sehr wichtig ist, um einen sinnvollen Trainingsaufbau gestalten zu können, sind die hormonellen Eigenheiten des weiblichen Körpers. Hartes Training in Verbindung mit der falschen Ernährung führt in nicht wenigen Fällen zu Veränderungen des Menstruationszyklus oder gar zum kompletten Ausbleiben der Periode. Das genau zu erklären, würde an dieser Stelle zu wissenschaftlich werden. Im Netz finden sich aber inzwischen einige Studien und Artikel zum Thema. Wer also wirklich ambitioniert trainieren möchte, sollte sich damit auseinandersetzen.

Wie ihr merkt, gibt es doch recht viele Unterschiede zwischen Mann und Frau beim Laufen. Wer also wirklich für einen Wettkampf trainiert und sich ein ambitioniertes, persönliches Ziel gesetzt hat, sollte sich dementsprechend bestenfalls einen gleichgeschlechtlichen Laufpartner auf gleichem Level suchen. Im normalen Training spricht jedoch überhaupt nichts gegen Laufpartner des anderen Geschlechts. Natürlich gilt aber bei der Wahl des Laufpartners auch, dass die Chemie stimmen muss 😉.

 

Habt ihr im Laufalltag mit einem männlichen oder weiblichen Laufpartner Unterschiede festgestellt?  Erzählt uns von euren Erfahrungen und verlinkt @ewe.live und #eweläuft bei Instagram!