THE SOUND OF SILENCE

Musik – wir kennen und lieben sie. An ihr scheiden sich Geister und finden sich Seelenverwandte. Egal wo wir hingehen, wir hören sie immer irgendwo. Und auch beim Laufen ist Musik nicht mehr wegzudenken. Während die einen nicht mehr ohne Stöpsel im Ohr auf die Laufstrecke können, schwören andere auf ein musikfreies Lauferlebnis. Aber welche Vorteile hat Musik eigentlich für unser Training? Oder macht es vielleicht doch Sinn, ohne sie zu trainieren?

 

Let the beat rock

 Eines lässt sich bereits vorwegsagen – Musik kann dabei helfen, die Qualität des eigenen Workouts zu steigern und die Gemütslage zu verbessern. Die psychologischen und physischen Vorteile zeigen sich vor allem dann, wenn die Musik motivierend und mit dem Workout synchronisiert ist. Eine Studie aus dem Jahr 2006 fand beispielsweise heraus, dass schnelle Musik die Probanden eine weitere Strecke bei höherem Tempo zurücklegen ließ – ohne es selbst zu merken. Hierbei eigne sich vor allem Musik mit einer Schnelligkeit zwischen 120 – 130 BPM am besten. Da jeder Läufer einen eigenen Laufstil und eine eigene favorisierte Laufdistanz besitzt, lohnt es sich, hier ein wenig auszuprobieren.

Und natürlich wirkt sich Musik auch auf die Psyche aus. Musik kann sich maßgeblich auf die eigene Laune auswirken, kann Denkprozesse ändern und das Verhalten beeinflussen. Wissenschaftlich nachzuvollziehen sind diese psychologischen Prozesse durch die physischen Veränderungen des Hormonlevels.

Musik kann also die eigene Leistungsgrenze nicht sprengen, aber dabei helfen, dass sich der Körper auf die beste und effizienteste Weise bewegt. Und dementsprechend hat sie auch einen direkten Effekt auf die körperliche Performance während des Trainings, die Ausdauer und die Phasen der Erholung.

 

Breathe in

 Aber auch das Laufen ohne Musik bringt Vorteile mit sich. Wir leben in einer sehr vernetzten, multimedialen und lauten Welt, in der wir ständig erreichbar sind. Unser Wohlbefinden ist auf vielseitige Art und Weise direkt an unser Umfeld geknüpft – und die ständige Reizüberflutung, der wir täglich ausgesetzt sind, kann seinen Tribut zollen. Gerade deshalb gibt einem der tägliche Run die Möglichkeit, sich diesem Übermaß an Informationen für einen Moment zu entziehen und sich voll auf sich zu fokussieren. Anstatt von Anfang an also durch die Musik mehr Gas zu geben, kann man bewusst laufen. Man kann sich mehr auf die Signale des eigenen Körpers konzentrieren, den Laufstil in das Zentrum der Trainingseinheit rücken und den Gedanken freien Lauf lassen.

 

Balance – the mother of good things

 Aber was genau ist denn jetzt besser? Laufen mit oder ohne Musik? Wir empfehlen eine Mischung aus beidem. Sollte der innere Schweinehund mal wieder besonders laut aufheulen, lohnt es sich, Musik mit motivierenden Texten und einem Tempo zwischen 120 – 130 BPM zu hören. Übrigens: bei Spotify gibt es z.B. extra Playlists angelehnt an die BPM’s.

Es empfiehlt sich aber auch, wöchentlich einen Tag einzuplanen, an dem man die Musik weglässt. Diese Zeit sollte man nutzen, um sich wieder auf die eigenen Ziele zu besinnen, an der Lauftechnik zu arbeiten oder einfach die eigene Umgebung und ihre Geräusche zu genießen.

 

Tipp von Coach Carsten

 So schön das Laufen mit Musik auch sein mag – wenn ihr noch an eurer Lauftechnik feilen wollt oder müsst, bringt euch das Laufen ohne Musik weiter. Zwei essentielle Dinge beim Laufen werden nämlich durch den Rhythmus der Musik beeinflusst – die Schrittfrequenz und die Atmung. Bei der Schrittfrequenz solltet ihr darauf achten, dass diese zwischen 170 und 180 Schritten pro Minute liegt. Die Atmung orientiert sich an der Schrittfrequenz (z.B. 2 Schritte einatmen und 3 Schritte ausatmen). Musik, die einen anderen Rhythmus hat, stört den Lerneffekt und die Entwicklung eurer Technik.

Tipp: Moderne Sport- und Laufuhren besitzen eine Metronom Funktion, die über Kopfhörer oder einen Piepton die Schrittfrequenz vorgibt. Dies kann bei den Uhren individuell eingestellt werden.

 

Wie schaut‘s bei euch aus? Lauft ihr lieber ohne Musik, oder könnt ihr von eurer Running-Playlist nicht genug kriegen? Lasst es uns wissen in der EWE LÄUFT Facebook Gruppe oder auf Instagram unter #eweläuft.